„Gesund Leben“ von Dr. med. Christoph Rau – Beitrag im „Darmstädter Echo“

Veröffentlicht am 18. Juli 2014

DE:

Herr Dr. Rau, Sie waren an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen tätig. Wie kam es zur Kooperation mit der Gemeinschaftspraxis Dres. Behr, Erben und Riemenschneider in Darmstadt?

Dr. Rau:

Während meiner langjährigen klinischen Tätigkeit an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg fand ich ideale Voraussetzungen, um unterschiedlichste konservative und operative Therapiemethoden anzuwenden. Dazu hat auch meine Zeit in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Ludwigshafen beigetragen. Dies ermöglicht mir heute eine differenzierte und individuelle Patientenbetreuung mit dem Ziel möglichst viele dieser Therapiekonzepte anzubieten.

Die langjährig bestehende Gemeinschaftspraxis mit Dres, Behr, Erben und Riemenschneider ist ein etabliertes orthopädisch-chirurgisches Therapiezentrum in der Rhein-Main-Region welches zuletzt weiter ausgebaut wurde und bietet daher beste Voraussetzungen um alle modernen Behandlungsverfahren anzubieten. Das Ineinandergreifen unserer unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkte ermöglicht ein breitgefächertes Behandlungsspektrum und bietet ideale Rahmenbedingungen unsere Therapiekonzepte einer möglichst großen Patientengruppe zugänglich zu machen.

DE:

Wo sehen Sie die Vorteile in der Vergrößerung der Gemeinschaftspraxis ‚OCP-Darmstadt‘ und was kann der Patient von einer Behandlung in ihrem Therapiezentrum erwarten?

Dr. Rau:

Aufgrund der Zunahme der Erkrankungen des Bewegungsapparates sind frühzeitige und prophylaktische Therapiemaßnahmen sinnvoll. Die Gemeinschaftspraxis ‚OCP-Darmstadt‘ bietet ein umfassendes Leistungsspektrum auf orthopädischem, chirurgischem und unfallchirurgischem Fachgebiet. Bei komplexen Fällen erweist sich die gemeinsame Beurteilung durch alle Ärzte der Gemeinschaftspraxis als vorteilhaft. Wir begleiten unsere Patienten von der Diagnosefindung über die Wahl der geeigneten Therapie bis hin zu Rehabilitationsverfahren. Auch prophylaktische Maßnahmen zählen zu unseren Behandlungsschwerpunkten. Während des gesamten Therapieverlaufs wird der Patient individuell von seinem persönlichen Arzt und Ansprechpartner begleitet. Darin liegt der entscheidende Vorteil für unsere Patienten.

DE:

Herr Dr. Rau, einer Ihrer Schwerpunkte ist die Behandlung von Erkrankungen des Schultergelenkes. Welche Probleme können sich hinter einer schmerzhaften Funktionseinschränkung des Schultergelenkes verbergen?

Dr. Rau:

Neben verschleißbedingten Gelenkerkrankungen kommt es insbesondere im umgebenden Muskel- und Sehnenbereich der Schulter zu entzündlichen oder degenerativen Veränderungen. Wir sehen viele Patienten, die aufgrund einer Funktionsstörung des Schultergelenkes nicht nur  bei sportlichen Aktivitäten sondern auch im Alltag und im Beruf deutlich eingeschränkt sind, da der Bewegungsumfang abnimmt und gleichzeitig meist ein Kraftverlust eintritt. Im Einzelfall kann nur durch eine gründliche diagnostische Abklärung festgestellt werden, welche Ursache für die Beschwerdesymptomatik verantwortlich ist.

DE:

Welche diagnostischen Maßnahmen setzen Sie zur Abklärung von Erkrankungen im Bereich des Schultergelenkes ein?

Dr. Rau:

Die eingehende körperliche Untersuchung des Schultergelenkes mit den unterschiedlichsten Funktionstests gibt eine erste Orientierung darüber, ob ein Problem des Gelenkes selbst oder eine Erkrankung der umgebenden Muskulatur, der sogenannten ‚Rotatorenmanschette‚, vorliegt.  Neben der Röntgendiagnostik und der Ultraschalluntersuchung hat die Kernspintomographie (MRT), die für den Patienten ohne Strahlenbelastung einhergeht, einen hohen Stellenwert. Insbesondere zur Abklärung von Verletzungen der Muskulatur und Beurteilung von Veränderungen des Gelenkknorpels wird die MRT- Diagnostik eingesetzt.

DE:

Welche therapeutischen Maßnahmen kommen bei Erkrankungen des Schultergelenkes zum Einsatz?

Dr. Rau:

Zunächst haben konservative Therapiemaßnahmen bei der Behandlung von Schultererkrankungen einen hohen Stellenwert. Unsere Patienten berichten über eine gute Beschwerdebesserung bei Anwenden der Stoßwellentherapie oder der Reizstrombehandlung. Im akuten Stadium einer Schultererkrankung kann auch eine Injektionstherapie vorübergehend sinnvoll sein. Hier können wir heutzutage bei Bedarf auf sehr gut verträgliche pflanzliche Präparate zurückgreifen. Ein ganz neuer Therapieansatz ist die sogenannte ‘Eigenblutbehandlung‘ mit körpereigenen Wachstumsfaktoren, die vor allem bei entzündlichen Veränderungen der Muskulatur oder kleineren Sehnenläsionen erfolgreich eingesetzt werden kann. Bei jedem Patienten kombinieren wir einzelne Behandlungsverfahren zu einem individuell abgestimmten Therapiekonzept.

DE:

Wann kommen operative Therapiemaßnahmen zum Einsatz und können diese auch als ambulante Eingriffe durchgeführt werden?

Dr. Rau:

Zusammenfassend kann man sagen, dass heute durch die Vielfalt der neuen konservativen Therapieverfahren, ein operativer Eingriff oft zu vermeiden ist. Dies zeigt auch die aktuelle Diskussion über zu häufig durchgeführte Operationen. Bei Unsicherheit ob eine Operation wirklich nötig ist lohnt hier in jedem Fall die erneute Beurteilung im Sinne einer unverbindlichen ‘Zweitmeinung‘ in unserer Praxis.

Abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung werden beim Versagen der konservativen Behandlung unterschiedliche operative Therapiemaßnahmen  nötig. Die ‚OCP-Darmstadt‘ ist bereits als Zentrum für Gelenkchirurgie in der Rhein-Main-Region etabliert. Während meiner klinischen Tätigkeit an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg habe ich die Zusatzqualifikation „Spezielle Orthopädische Chirurgie“ erworben und verfüge damit über große Erfahrung in der Durchführung von operativen Eingriffen, insbesondere am Schultergelenk. In den meisten Fällen können diese Operationen ‚minimal-invasiv‘ im Sinne einer Gelenkspiegelung erfolgen. Dabei schätzen die Patienten, dass ein stationärer Klinikaufenthalt nicht nötig ist und die Regeneration im häuslichen Umfeld im Beisein der Angehörigen erfolgen kann.

Dr. med. Christoph Rau

• Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
• Spezieller Orthopädischer Chirurg / Schwerpunkt Gelenkchirurgie
• Durchgangsarzt der Berufsgenossenschaften
• Sportmedizin
• Akupunktur
• Chirotherapie / Manuelle Medizin

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