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Pressenotiz

Donnerstag, den 18. März 2010

Orthopädisch – chirurgische Gemeinschaftspraxis

am Elisabethenstift Darmstadt

Um den Bedarf an einer fachübergreifenden ärztlichen Versorgung zu verbessern, wurde im Januar 2009 die orthopädisch-chirurgische Gemeinschaftspraxis Dres. Behr, Erben, Riemenschneider auf dem Krankenhausgelände des Elisabethenstiftes in Darmstadt eröffnet. Nur fünf Monate vorher, Mitte August 2008 wurde das Büro behr+thoma PLANUNG aus Darmstadt mit der Gestaltung der rund 600m² großen Praxis beauftragt.

Der neuen Gemeinschaftspraxis liegt ein konservatives und operatives umfassendes orthopädisch-chirurgisches Konzept mit dem Ziel der bestmöglichen Patientenversorgung zugrunde. Über eine Zeitspanne von ca. 2 Jahren planten die 3 Fachärzte ihre gut etablierten Einzelpraxen mit dem Ziel zusammen zulegen, dem Patienten ein sehr großes Leistungsspektrum mit unterschiedlich spezialisierten Fachärzten an einem Ort anzubieten und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Praxisbetriebes zu erhöhen. Mit dem Elisabethenstift in Darmstadt fand das Ärzteteam zudem einen Partner, der es ermöglichte, alle operativen und nicht operativen, ambulanten Tätigkeiten eng mit dem stationären Bereich zu vernetzen. Der Patient profitiert von den kurzen Wegen und kann optimalen medizinischen Nutzen aus der Kooperation ziehen. Die Ärzte sehen den Trend in weiteren Zusammenschlüssen von Arztpraxen, insbesondere der Facharztpraxen, sowie in der Bildung hoch spezialisierter Versorgungszentren in enger Vernetzung von ambulantem und stationärem Bereich. Kooperationen möchten die Ärzte auch in Zukunft weiter ausbauen. Gegebenenfalls auch ortsübergreifend an mehreren Standorten.

Projektstart war der 15.August 2008. Ein ehemaliger Verwaltungstrakt auf dem Gelände des Elisabethenstiftes stand als Fläche zur Verfügung. Um reibungslose Abläufe im Bestand realisieren zu können und in Räumlichkeiten zu praktizieren, die auch als Visitenkarte der Gemeinschaftspraxis dienen können, wurden die Diplom Ingenieurinnen der Fachrichtung Innenarchitektur Ulrike Behr und Hildegard Thoma von den Mietern hinzugezogen. Die räumlichen Gegebenheiten und Arbeitsabläufe wurden analysiert und innenarchitektonisch umgesetzt. Dafür standen aus dem Gesamtbauvolumen von 400.000 Euro 100.000 Euro zur Verfügung.

Hauptherausforderungen der Räumlichkeiten waren die Souterrainlage kombiniert mit der Krankenhaustypischen Raumstruktur – sehr lange Gänge, links und rechts Türen – sowie einer sehr niedrigen Deckenhöhe. Es galt Licht in die Räume zu bekommen und den Patientenstrom gut durch die Praxis zu führen.

Durch maximale Wanddurchbrüche im Eingangsbereich und vor den Warteräumen wurden ein einladendes und großzügiges Entree und neue Blickbeziehungen geschaffen. Die Flurzone geht durch die neuen Öffnungen fließend in die Empfangs- und Wartebereiche über und wird somit aufgewertet. Dieser Eindruck wird durch die, in der ganzen Praxis einheitliche Behandlung von Boden-, Wand- und Deckenflächen verstärkt. So fasst der hellgraue Linoleum Bodenbelag, der in der ganzen Praxis eingesetzt wurde, die verschiedenen Zonen optisch zusammen. Nicht nur Wände und Decken, sondern auch sämtliche Einbauten und Möbel erstrahlen nun in weiß und bringen so Licht in die Räume. Übergroße farbige Textgrafiken aus Dibond und akzentuierter Einsatz der Farben grün und orange bringen Freundlichkeit in das coole Ambiente Die Textgrafiken leiten den Patienten durch die weitläufige Praxis zur Anmeldung oder in die verschiedenen Wartezonen, Sprechzimmer oder Behandlungsräume. Die Farbe grün signalisiert die Wartezonen, orange kennzeichnet die Behandlungsräume. Die riesigen Zahlen und Buchstaben sind schon von weitem gut zu lesen und lassen den Patienten den Weg selbständig finden. Die Einbauten im Empfangs- und Wartebereich, die Möblierung im Backoffice und die frei stehende Möbel wie z.B. das weiße Wartesofa im Foyer wurden von dem Büro behr+thoma PLANUNG eigens für die Bedürfnisse der Bauherren entworfen und von einem ortsansässigen Schreiner umgesetzt. Diese maßgeschneiderte Lösung entspricht nun nicht nur exakt den Anforderungen der Ärzte und Arzthelferinnen, sondern fügt sich farb- und passgenau in die Umgebung ein, so dass die ganze Praxis wie aus einem Guss wirkt und für einen unverwechselbaren, eigenständigen Auftritt der Ärzte sorgt. Alle gewählten Materialien sollten pflegeleicht, hygienisch und strapazierfähig sein, um dem Patientenaufkommen einer Gemeinschaftspraxis gut gewachsen zu sein. Als Bodenbelag wurde ein hellgraues Linoleum der Firma Armstrong gewählt, Möbel und Einbauten wurden in HPL gefertigt.

Um Patienten, Ärzten und Personal die Natur in das, nur über begrenzte Aussicht verfügende Souterrain zu bringen, wurde in jedem Sprechzimmer eine fast raumhohe Baumfotografie gehängt. Mal guckt man auf der Liege liegend in eine Baumkrone, ein anderes Mal scheint man sich zwischen den Baumstämmen zu bewegen. Alle Fotografien wurden auf dem sehr dünnen, leichten und trotzdem formstabilen Material Dibond aufgezogen. Das Bebilderungskonzept stammt ebenfalls von Ulrike Behr und Hildegard Thoma.

Die Patienten staunen beim Betreten der Praxis über die unerwartet hellen und freundlichen Räume und sichern sich, wenn möglich, einen Platz auf dem weißen Sofa im Foyer.

Was macht eigentlich ein Orthopäde? Beitrag im Kinder-ECHO

Montag, den 23. November 2009

Kinder-ECHO besucht  die  Orthopädisch-Chirurgische Praxis Behr, Erben, Riemenschneider in Darmstadt

 

 

Der Pausengong tönt. Die Drittklässler Paul und Linus rennen auf den Schulhof. Paul stößt mit voller Wucht gegen ein Geländer. Das tut weh. Mehr als sonst, wenn er mal hinfällt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht läuft der Neunjährige zusammen mit seinem Schulkameraden ins Sekretariat. Die Eltern werden verständigt, seine Mutter holt Paul ab und fährt mit ihm zum Arzt. In diesem Fall nicht zu einem Kinderarzt, sondern direkt zu einem Spezialisten, der die Zulassung für Arbeits-, Schul- und Kindergartenunfälle hat – in die Orthopädisch-Chirurgische Praxis Behr, Erben, Riemenschneider am Elisabethenstift in Darmstadt.

Am Empfang nimmt die Arzthelferin die Daten von Paul auf: Er soll kurz schildern, wann, wie und wo der Unfall passiert ist. Kurz darauf  nimmt Paul im Wartezimmer Platz und wird dann gleich ins Behandlungszimmer gerufen. „Unfälle werden natürlich ohne Wartezeiten sofort drangenommen“, erklärt der Orthopäde Dr. Patric Behr, der die Praxis zusammen mit Dr. Björn Erben und Dr. Stefan Riemenschneider führt.

Patric Behr untersucht den Jungen und  vermutet eine „Grünholz-Fraktur“ – das ist der häufigste kindliche Bruch, bei dem der Knochen am Handgelenk angebrochen ist. Nichts Schlimmes also. „Es muss aber dennoch geröntgt werden“, erläutert Patric Behr. Eine der sieben Arzthelferinnen übernimmt diese Aufgabe. 

Bereits zwei bis drei Minuten später begutachtet der Doktor das Röntgenbild – es ist der vermutete Bruch. „Halb so wild, das kriegen wir schon wieder hin, du bekommst jetzt erst mal einen Gips“, erläutert er dem Neunjährigen.

„Wir erklären vor allem den Kindern immer genau, was wir als nächstes tun, und ob es vielleicht ein bisschen weh tun wird“, sagt der sympathische 42-jährige Arzt.

Zunächst mal darf der Junge entscheiden, welche Farbe sein Gips haben  soll: Rot, Grün, Blau oder Gelb. Der Gips ist heutzutage nicht mehr aus echtem Gips, sondern aus spezieller Kunststoffmasse mit wasserfester Kunstwatte. „Ein Kunststoffgips hat den Vorteil, dass er wesentlich leichter ist, nass werden darf  und man  damit auch duschen kann“, erklärt der Orthopäde. Paul entscheidet sich für einen blauen Gips.

Patric Behr legt Paul zunächst die Kunstwatte um den Arm, die Knochenvorsprünge werden damit unter anderem auch abgepolstert. Dann zieht sich der Orthopäde Handschuhe an und holt die fertige, recht klebrige Kunststoffbinde aus einem vakuumverpackten Beutel und wickelt diese mehrfach um den Arm seines Patienten.

 „Nun muss das Material noch etwa  10 Minuten trocknen, dann darfst du nach Hause gehen“, ermuntert der Orthopäde seinen jungen Patienten. Paul  hat den ersten Schmerz überwunden, muss sich aber noch an seinen neuen unbeweglichen Arm gewöhnen. Am Empfang vereinbart seine Mutter noch einen Kontrolltermin für den nächsten Tag. Behr: „Da müssen wir prüfen, ob der Gips auch richtig sitzt.“

 

Paul ist natürlich nicht der einzige Verletzte an diesem Vormittag. Im Wartezimmer sitzen noch viele weitere Patienten. Einige sollen wegen Rückenschmerzen mit Akupunktur behandelt werden, eine junge Mutter hat den Termin für eine Hüftultraschall-Untersuchung ihres Säuglings, ein Mädchen mit Fußfehlstellung braucht neue Schuheinlagen, eine Frau leidet an einem Hexenschuss, ein älterer Patient mit einem Bandscheibenvorfall wird gerade behandelt, ein junger Mann ist beim Joggen mit dem Fuß umgeknackst und, und, und.

Seit 8 Uhr früh sind Patric Behr und seine zwei Partner ununterbrochen beschäftigt. Um 13 Uhr gehen die drei Ärzte kurz zum Mittagessen – meistens in die Krankenhauskantine und ab und zu auch mal in eines der naheliegenden Restaurants. Ab 14 Uhr geht’s in ähnlichem  Tempo wie am Morgen weiter. „Pro Tag kommen  200 bis 300 Patienten in die Praxis, darunter etwa 15 Kinder – nicht alle werden behandelt, manche vereinbaren auch nur einen Termin oder holen ein Rezept ab“, sagt Behr.

 An den Donnerstagen beispielsweise ist für Patric Behr „OP-Tag“ – also Operations-Tag. Kleinere Eingriffe operiert er im praxiseigenen Operationsraum, die Betäubungsspritze setzt er in diesem Fall selbst. Größere OPs führen die drei Ärzte auch nebenan im Krankenhaus Elisabethenstift durch. Hier nimmt ein Anästhesist, also ein Narkosefacharzt, die Betäubung vor.

Wie bei allen OPs muss auch der Orthopäde stets Mundschutz, grünen Kittel und Haube tragen. Warum sind die Kittel eigentlich immer grün oder blau und nicht auch weiß, wie die übliche Arbeitskleidung von Ärzten?

 

„Weil das extrem helle Operationslicht bei weiß blenden würde“, erklärt Patric Behr.  Klar, weiß ist ja auch heller als andere Farben, reflektiert also mehr, ähnlich wie bei Schnee und Sonnenschein im Winter. Aber das nur nebenbei.

Außer den rein ärztlichen Behandlungen fallen natürlich noch viele andere Aufgaben an. Organisatorische Dinge müssen besprochen werden: Wer macht was, wenn einer der drei Ärzte erkrankt ist? Welche Arzthelferin erledigt heute dies, welche das? Der Drucker ist defekt – das muss geregelt werden.

Um ihre Zulassung als Orthopäden zu behalten, müssen die drei Partner wie alle Ärzte mehrmals jährlich an  Fachtagungen oder Kongressen teilnehmen. Manchmal halten sie  auch selbst Vorträge. 

Trotz des täglichen Stresses mit wenig Pausen liebt Patric Behr seinen Beruf. „Es macht Spaß, mit Menschen zu arbeiten, Patienten helfen zu können und sie zu heilen. Außerdem bringt jeder Tag etwas Neues, man weiß am Morgen nie, wie der Tag endet.“

Der normale Arbeitstag endet für Patric Behr und seine beiden Partner offiziell nach der Sprechstundenzeit um 18 Uhr. Fast immer schafft es Patric Behr, abends gemeinsam mit  seiner Frau und den beiden drei- und achtjährigen Söhnen zu Abend zu essen. Unverhofft kommt zwar nicht oft, aber dennoch ab und zu mal. Denn die Patienten brechen sich nicht immer zu den offiziellen Sprechstunden die Beine. „So wie neulich Abend, als meine Schwiegermutter von der Leiter gefallen ist und wir den Armbruch spontan operieren musste“, erzählt er.

Und wie geht’s eigentlich Paul? Vier Wochen nach seinem Sturz, kommt der Junge zum Gipsabnehmen in die Praxis. Mit einer kleinen elektrischen Säge, die eher an eine elektrische Zahnbürste erinnert, schneidet  Patric Behr den Gips vorsichtig auf und klappt ihn auseinander. Weh tut das überhaupt nicht. Nun tastet er den Arm von Paul vorsichtig ab. „Drückt noch was oder tut es noch weh, wenn du den Arm bewegst?“, fragt der Arzt. Nein… alles in Ordnung. Der Arzt rät Paul noch zu einigen Übungen, damit der Arm wieder beweglicher wird und verabschiedet sich von dem Jungen mit einem Augenzwinkern: „Auf Wiedersehen, aber hoffentlich das nächste Mal ohne Arm- oder Beinbruch.“ Christina Kolb

 

 

 

Wie werde ich Orthopäde?

 

„Die Ausbildung zum Orthopäden dauert mindestens  12 Jahre“, erklärt der Darmstädter Orthopäde Dr. Patric Behr.

Um diesen Beruf zu erlernen, muss man zunächst einmal Abitur machen und Humanmedizin studieren. Das Studium dauert sechs Jahre. Aber nach dem Examen, also dem Abschluss, kann  man noch lange nicht als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie  arbeiten. Hierfür benötigt man erst mal die Approbation, also die Zulassung, als Arzt arbeiten zu dürfen.

Danach  dauert die Ausbildung zum Facharzt weitere sechs Jahre. „Die meisten Ärzte promovieren zudem, schreiben studienbegleitend eine Doktorarbeit über ein spezielles Thema und erhalten somit den Doktortitel“, erklärt Patric Behr.

Erst nach dieser langen Ausbildungszeit darf sich ein Arzt  Orthopäde nennen.